Hybride Bedrohungen gehören heute zu den zentralen sicherheitspolitischen Herausforderungen moderner Gesellschaften. Dabei geht es nicht um klassische militärische Konflikte, sondern um verdeckte, vielschichtige Angriffe auf Staat, Wirtschaft und Gesellschaft. Gefördert werden daher Verteidigungsprojekte, die neue Ideen, Technologien und Konzepte für den Umgang mit diesen Szenarien entwickeln. Im Rahmen der zivilen Sicherheitsforschung unterstützt die Bundesregierung gezielt innovative Vorhaben, die Resilienz, Schutz und Handlungsfähigkeit stärken.
Was bedeutet hybride Kriegsführung heute konkret?
Hybride Kriegsführung beschreibt das koordinierte Zusammenspiel unterschiedlicher Einfluss‑ und Angriffsmethoden. Dazu zählen unter anderem Cyber‑ und Hacking‑Angriffe, Desinformationskampagnen, gezielte Störungen von Lieferketten oder physische Sabotageakte. Auch scheinbar alltägliche Vorgänge – etwa die Beschädigung von Unterseekabeln oder kritischer Infrastruktur – können Teil hybrider Strategien sein. Verteidigungsprojekte setzen genau hier an: Sie machen komplexe Bedrohungslagen sichtbar, analysierbar und beherrschbar.
Hybride Bedrohungen kombinieren Cyberangriffe, Desinformation, Sabotage und Störungen kritischer Infrastrukturen und erfordern neue, vernetzte Lösungsansätze.
Die staatliche Unterstützung zielt auf zivile, präventive und defensive Projekte, die Resilienz, Früherkennung und Handlungsfähigkeit von Staat und Gesellschaft stärken
Gefördert werden FuE‑Projekte zu Cyber‑Resilienz, Frühwarnsystemen, Schutz kritischer Infrastrukturen sowie KI‑gestützten Analyse‑ und Abwehrverfahren.
Unternehmen, KMU, Hochschulen und Forschungseinrichtungen erhalten nicht rückzahlbare Zuschüsse von bis zu 100 % bei einer typischen Laufzeit von drei Jahren.
PFIF begleitet Verteidigungsprojekte von der zivilen Einordnung über die Antragsstrategie bis zur Bewilligung und erhöht so gezielt die Erfolgschancen.
Die staatliche Förderung richtet sich ausdrücklich auf zivile, präventive und defensive Lösungsansätze. Ziel ist nicht militärische Aufrüstung, sondern die Entwicklung von Fähigkeiten zur Früherkennung, zum Schutz und zur Bewältigung hybrider Angriffe. Verteidigungsprojekte sind eingebettet in das Programm „Forschung für die zivile Sicherheit“ und leisten einen Beitrag zur nationalen Sicherheitsstrategie und zur Resilienz Deutschlands – rechtskonform, gesellschaftlich legitimiert und praxisnah.
Förderfähig sind Forschungs‑ und Entwicklungsprojekte, die neue Ansätze zur Erkennung, Analyse, Abwehr oder Bewältigung hybrider Bedrohungen liefern. Dazu zählen etwa Systeme zur Anomalie‑ und Angriffserkennung, Cyber‑Resilienz‑Lösungen, Frühwarnsysteme, Schutzkonzepte für kritische Infrastrukturen oder resiliente Kommunikations‑ und Datenaustauschplattformen. Auch simulations‑ oder KI‑gestützte Verfahren zur Lagebewertung gehören dazu. Entscheidend ist der erkennbare zivile Nutzen und die Übertragbarkeit in die Praxis.
Ein zentraler Schwerpunkt vieler Projekte liegt im digitalen Raum. Spam‑Wellen, Cyberangriffe, Desinformation oder Manipulation über soziale Netzwerke sind typische Instrumente hybrider Kriegsführung. Verteidigungsprojekte entwickeln hier technische, organisatorische und kommunikative Lösungen – etwa zur automatisierten Erkennung von Angriffsmustern, zur Absicherung digitaler Infrastrukturen oder zur Stärkung der Informations‑ und Medienkompetenz relevanter Akteure.
Hybride Angriffe beschränken sich nicht auf digitale Systeme. Auch physische Infrastrukturen wie Energie‑, Verkehrs‑ oder Kommunikationsnetze stehen im Fokus. Beispiele sind Sabotageakte an Unterseekabeln, Störungen von Logistikketten oder gezielte Eingriffe in Versorgungsstrukturen. Verteidigungsprojekte adressieren diese Risiken durch neue Schutz‑, Überwachungs‑ und Resilienzkonzepte, die technische Sicherheit mit organisatorischen und strategischen Maßnahmen verbinden.
Antragsberechtigt sind Unternehmen, Hochschulen, Forschungs‑ und Wissenschaftseinrichtungen, Behörden sowie Betreiber kritischer Infrastrukturen. Besonders gefragt sind interdisziplinäre Verbundprojekte, in denen technologische Expertise, Anwendungskompetenz und gesellschaftliche Perspektiven zusammengeführt werden. Für KMU bieten sich attraktive Einstiegsmöglichkeiten, da ihre Innovationskraft und Agilität bei der Entwicklung neuer Lösungen besonders gefragt sind.
Die Förderung erfolgt als nicht rückzahlbarer Zuschuss. Abhängig von Projektart und Antragsteller sind Förderquoten bis zu 100 Prozent möglich. Die Laufzeit beträgt in der Regel drei Jahre und erlaubt eine strukturierte Entwicklung, Erprobung und Vorbereitung der Umsetzung. Verteidigungsprojekte erhalten damit eine solide finanzielle Grundlage, um anspruchsvolle, sicherheitsrelevante Innovationen zur Marktreife zu führen.
Das Antragsverfahren ist zweistufig und kompetitiv. Bereits in der Projektskizze müssen Innovationshöhe, Wirkung und Verwertungsperspektive klar dargestellt werden. Besonders wichtig ist die saubere Abgrenzung zwischen ziviler Sicherheitsforschung und nicht förderfähigen militärischen Anwendungen. Verteidigungsprojekte überzeugen dann, wenn sie konkrete Nutzenargumente, realistische Anwendungsszenarien und eine klare Umsetzungsstrategie aufweisen.
In der Praxis scheitern viele Vorhaben an der falschen Einordnung oder einem unklaren Lösungsansatz. Häufig fehlen überzeugende Verwertungsmodelle, belastbare Verbundstrukturen oder eine klare Darstellung des zivilen Nutzens. Zudem sind rechtliche, beihilferechtliche und sicherheitspolitische Anforderungen zu berücksichtigen. Verteidigungsprojekte erfordern daher ein hohes Maß an Struktur, strategischem Denken und Förderkompetenz.
PFIF unterstützt Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Forschungseinrichtungen dabei, ihre Projektideen förderfähig, strategisch und wirkungsorientiert aufzusetzen. Hierdurch werden die Erfolgsaussichten einer Förderung erheblich gesteigert. Von der Einordnung als ziviles Sicherheitsprojekt über die Verbund‑ und Antragsstrategie bis zur erfolgreichen Bewilligung begleitet PFIF den gesamten Prozess. Wenn Sie prüfen möchten, ob Ihr Vorhaben als Verteidigungsprojekt geeignet ist, sprechen Sie kostenfrei und vertraulich mit uns. Gemeinsam klären wir Chancen, Risiken und den optimalen Förderweg.