Die GÖTTFERT Werkstoff-Prüfmaschinen GmbH entwickelte im Rahmen des Förderprojekts CONTIFEED ein neuartiges Speiseextrudersystem zur prozessnahen Charakterisierung von Kunststoffen und Elastomeren mittels Kapillarrheometrie.
Das Ziel war es, Materialprüfungen künftig noch realistischer zu gestalten, indem das zu verarbeitende Material unter Bedingungen analysiert wird, die den tatsächlichen Produktionsprozessen möglichst nahekommen.
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Zur idealen Prozesseinstellung und -führung der Formgebungsverfahren Extrusion und Spritzguss ist es entscheidend, die rheologischen Eigenschaften des zu verarbeitenden Materials genau zu kennen.
Nur durch exakte Messungen von Parametern wie Viskosität, Gleitgeschwindigkeit, Schergeschwindigkeit, Schubspannung und Temperatur lassen sich Produktionsprozesse optimieren und Fehlerquoten vermeiden.
Bislang erfolgten Verdichtung und Plastifizierung des Messmaterials direkt im zylindrischen Kanal des Kapillarrheometers. Für verlässliche Ergebnisse ist jedoch eine blasenfreie Homogenisierung und Plastifizierung des Materials im Vorfeld erforderlich – hier setzte das Projekt CONTIFEED an.
Als technologieführendes Unternehmen im Bereich der Kapillar- und Online-Rheometrie stellte sich GÖTTFERT dieser Herausforderung, um eine neue Marktnische zu erschließen und die Präzision von Messverfahren weiter zu erhöhen.
Der im Projekt entwickelte CONTIFEED kombiniert einen Laborextruder mit einem Ein- oder Zweikanal-Kapillarrheometer. Der Extruder plastifiziert und homogenisiert das Material vor der Messung – ein entscheidender Vorteil insbesondere bei Elastomeren, die oft mit Wachsen und Weichmachern versetzt sind.
Der Extruder ist über einen Bypass direkt mit dem Kapillarrheometer verbunden, ein automatisiertes Ventil steuert den Füll- und Messvorgang vollautomatisch.
ZIM – Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (Modul Einzelprojekte)
122.500 €
16 Monate
Durch die Neuentwicklung konnten die Akzeptanz und das Handling der GÖTTFERT-Rheometer deutlich verbessert werden. Der Speiseextruder CONTIFEED wird heute als Add-on für gängige Kapillarrheometer angeboten und erweitert das Produktportfolio des Unternehmens.
Führende Forschungsinstitute in Deutschland und der Schweiz setzen die neue Technologie bereits erfolgreich ein. Die Produktpalette wurde erweitert, der Umsatz gesteigert und neue Arbeitsplätze geschaffen. Das investierte Projektkostenvolumen konnte umsatzseitig mehrfach wieder eingespielt werden.
Mit dem Projekt CONTIFEED gelang GÖTTFERT ein wichtiger technologischer Fortschritt im Bereich der Materialprüfung.
Die Kombination von Laborextruder und Kapillarrheometer ermöglicht präzisere, prozessnahe Messungen und bietet Kunden aus Forschung und Industrie ein erhebliches Anwendungspotenzial.
Das Projekt unterstreicht die Innovationskraft mittelständischer Technologieunternehmen und trägt nachhaltig zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit bei.
PFIF begleitete das Projekt von der Idee an. Die Antragstellung wurde gemeinsam mit GÖTTFERT vorbereitet und das Projekt während der gesamten Laufzeit betreut – bis hin zur Erstellung der Abschlussdokumentation.
Die Unterstützung durch PFIF sorgte für einen reibungslosen Projektablauf, auch bei unvorhergesehenen Änderungen oder Erweiterungen von Projektinhalten. So konnten alle entwicklungsseitigen Zielsetzungen erfolgreich umgesetzt werden.