Transnationale Forschungsprojekte zur personalisierten Medizin

Förderung transnationaler Forschungsprojekte zur personalisierten Medizin
Fördermittel-News - 23.1.2019

Multidisziplinäre Forschung auf dem Weg zur Implementierung innerhalb des ERA-Netzes „ERA PerMed“.

Personalisierte Medizin bedeutet einen Paradigmenwechsel: Von einem generalisierten Behandlungsansatz für eine Krankheit hin zu einer auf die einzigartigen Eigenschaften einer Person ausgerichteten Strategie zur Prävention, Diagnose und Therapie von Krankheiten.

So stellt personalisierte Medizin die Patientin und den Patienten in den Mittelpunkt der Gesundheitsversorgung, mit dem Ziel eines optimierten Managements seiner Krankheit und/oder einer Prädisposition dafür.

 

Was wird gefördert?

Jedes Projekt muss mindestens eines der beiden Module aus Forschungsfeld 3 sowie mindestens ein Modul aus Forschungsfeld 1 oder 2 abdecken:

 

Forschungsfeld 1: Translation von der Grundlagenforschung in die klinische Forschung und darüber hinaus

a.    Modul 1A: Präklinische Forschung

  • Entwicklung und Implementierung von präklinischen Hochdurchsatz-Modellen für (A) die Validierung von Daten und Hypothesen aus Populationsstudien, klinischen und molekularen Studien oder (B) Vorhersage des klinischen Outcome;
  • Klassifizierung von Krankheiten auf molekularer Ebene für die erfolgreiche Anwendung von personalisierter Medizin, inklusive präklinischer Studien zur Validierung von Biomarkern für Diagnose, Prognose und therapeutischem Ansprechen;
  • Validierung (in präklinischen Modellen bezüglich Reproduzierbarkeit, Sicherheit und Effektivität) und Charakterisierung der Rolle von Biomarkern in der prädiktiven Medizin für zukünftige Prävention, Diagnose und Management von Krankheiten.

 

b.   Modul 1B: Klinische Forschung

  • Verbesserung, Validierung und Kombination verschiedener Methoden, z. B. bildgebender Verfahren und Omics-Methoden für die Diagnose und integrierte Analysewerkzeuge, die neuen Aussagen über molekulare Krankheitsmechanismen, Entwicklung und Fortschreiten von Erkrankungen sowie den Therapieverlauf inklusive Pharmakokinetik und Pharmakodynamik erlauben;
  • Entwicklung und Evaluation von Konzepten für eine innovative Methodik zu klinischen Studien, die sich für PM-Ansätze eignen, da hierfür flexiblere und innovative Studiendesigns benötigt werden;
  • Entwicklung neuer Konzepte und Stratifizierungs-Strategien für explorative klinische Studien;
  • Integration von klinischen Daten und Omics-Daten; Nutzung von maschinellem Lernen zum Erstellen personalisierter Behandlungsstrategien für Patientinnen und Patienten.

 

Forschungsfeld 2: Integration von Big Data und Informations- und Kommunikations-Technologie-Lösungen

a.   Modul 2A: Daten und IKT – Technologische Voraussetzungen

  • Forschung zu Daten-Harmonisierungs-Strategien und Entwicklung spezifischer IKT-Lösungen für die im jeweiligen Verbund adressierten Forschungsfragen;
  • Strategien für die Entwicklung gemeinsamer Qualitätsstandards, Semantik und minimaler Indikatoren sowie Metriken für Daten und Metadaten;
  • Entwicklung von biomedizinischen und/oder computergestützten Werkzeugen unter Einbezug der Interoperabilität von Datenbanken und Datenschutzregulierungen;
  • Entwicklung bioinformatischer Modelle/Methoden für die Integration, Analyse und das Extrahieren von Information aus Datenbanken, die z. B. eine automatisierte oder auch manuell erfolgende Integration und Prozessierung von Daten aus unstrukturierten Quellen ermöglichen sowie die Kombination verschiedener Datenquellen unter Beibehaltung der statistischen Aussagekraft;
  • Entwicklung neuer Geräte oder Werkzeuge für die Sammlung von Daten (z. B. mHealth, tragbare Geräte zur kontinuierlichen Online-Überwachung physiologischer Parameter; haptische Geräte, etc.).

 

b.   Modul 2B: Hin zu einer Anwendung in der Gesundheitsversorgung

  • Forschung zur Datenintegration und -interpretation bei komplexen bzw. multifaktoriellen Erkrankungen aber auch anderen Erkrankungen, mit dem Ziel, die personalisierte Medizin voranzubringen;
  • Entwicklung innovativer und anwenderfreundlicher klinischer Entscheidungshilfen für medizinisches Fachpersonal, das eine angemessene und konsequente Interpretation multifaktorieller und multimodaler Daten erlaubt;
  • Entwicklung von telemedizinischen bzw. Telehealth-Anwendungen, die eine Umsetzung von personalisierter Medizin unterstützen. Das kann beispielsweise durch die Nutzung und innovative Kombination bereits validierter oder neuer E-Health- bzw. mHealth-Möglichkeiten erfolgen.

 

Forschungsfeld 3: Forschung hin zu einer verantwortlichen Implementierung in der Gesundheitsversorgung

a.   Modul 3B: Ethische, rechtliche und soziale Aspekte

  • Forschung zur Verbesserung der Datensicherheit, des Datenschutzes, der Vertraulichkeit, Privatheit und der Dateneigentums- bzw. -nutzungsverhältnisse für personalisierte Medizin-Ansätze; Methoden, die eine verantwortungsvolle Nutzung von persönlichen Daten und Patientendaten zu Forschungszwecken ermöglichen;
  • Forschung zu adäquaten regulatorischen Strukturen und Verfahren in der personalisierten Medizin. Forschung zur Verbesserung existierender und gegebenenfalls Neuerstellung von Richtlinien und Reflexionspapieren für Forscherinnen und Forscher, die den Zulassungsprozess mit den regulatorischen Behörden und die Kommunikation mit den Kostenträgern erleichtern;
  • Forschung dazu, wie die Herausforderungen durch unterschiedliche regulatorische Rahmenbedingungen in verschiedenen Regionen und Ländern überwunden werden können, z. B. bei der Durchführung multizentrischer klinischer Studien mit Studienzentren in mehreren Ländern. Dazu gehören auch der Einfluss kultureller Unterschiede, beispielsweise für das Einholen der informierten Einwilligung der Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer sowie das Bildungsniveau und/oder der sozioökonomische Status;
  • Forschung zu grundlegenden gesellschaftlichen Fragen, die durch personalisierte Medizin aufgeworfen werden, z. B. Fragen der Solidarität, Fairness oder der Ratio bei der Zuweisung begrenzter Ressourcen oder der Festlegung von Forschungsschwerpunkten;
  • Entwicklung neuer Formen des Austauschs und des Zusammenspiels von Interessenvertretern;
  • Forschung zur Verantwortlichkeit und Haftung sowie Herausforderungen für unsere Sichtweise auf die Natur des Menschen und der Menschheit; Menschenwürde, Vererbung und Generationengerechtigkeit oder das Spannungsfeld der Abgrenzung zwischen Gesundheit und Krankheit;
  • Forschung zu ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekten im Zusammenhang mit Entscheidungsunterstützungssystemen, insbesondere bei Nutzung künstlicher Intelligenz: Verfügbarkeit und Angemessenheit der Trainingsdaten bei maschinellem Lernen; Anforderungen an die Transparenz von Entscheidungen, Fragen von Verantwortlichkeit und Haftung, mögliche Veränderungen in der Rolle und dem Selbstverständnis von Ärztinnen und Ärzten;
  • Forschung zu angemessenen Wegen und Methoden für partizipative Gesundheitsforschung und Einbindung von Patientinnen und Patienten in Forschungsprojekte zur personalisierten Medizin;
  • Forschung zu unterschiedlichen Nutzerperspektiven bei verschiedenen Akteuren und professionelle Dynamik im Zusammenhang mit PM-Ansätzen.

 

Wer wird gefördert?

Jeder transnationale Verbund muss mindestens drei Partner beinhalten, die aus mindestens drei verschiedenen Ländern (Deutschland, Spanien, Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Israel, Italien, Kanada, Kroatien, Lettland, Luxemburg, Norwegen, Österreich, Polen, Rumänien, Schweden, Türkei, Ungarn) stammen.

Die maximale Anzahl der Partner pro Verbund ist sechs und es dürfen sich maximal zwei Partner aus demselben Land beteiligen.

 

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