Förderprogramm „Digital jetzt“ – geändertes Antragsverfahren

Förderprogramm „Digital jetzt“ – geändertes Antrags- und Registrierungsverfahren
Fördermittel-News - 6.11.2020

Das Förderprogramm "Digital jetzt" bricht aufgrund der Anträge praktisch zusammen. Nun ist die Umstellung der Beantragung auf ein wenig geeignetes Losverfahren geplant.

Investitionen in die Digitalisierung von kleinen und mittleren Unternehmen bis 499 Mitarbeiter können seit September 2020 im BMWi-Programm „Digital jetzt“ mit einem hohen Zuschuss (je nach Sitz des Unternehmens bis 60 %) gefördert werden. Das Antragsverfahren und die bereitgestellten Mittel sind jedoch offensichtlich nicht geeignet, den gewünschten Zweck (Ausbau der Digitalisierung im Mittelstand) in der tatsächlichen Nachfrage zu erreichen. Nur wenigen der interessierten Unternehmen ist es bislang erfolgreich gelungen, einen Antrag zu stellen.

Der große Erfolg dieses Förderprogrammes „Digital jetzt“ hat sowohl das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) als auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) als Projektträger massiv überrascht. Funktionierte zunächst der Antragsprozess nur fehlerhaft, war anschließend kaum eine Registrierung, geschweige denn Antragstellung möglich.

Die zur Beantragung vorgesehenen monatlichen Zeitfenster waren nach kurzer Zeit ausgebucht. In den ersten beiden Registrierungsrunden im Oktober und November mussten Interessenten auf die Minute genau ein Registrierungsformular ausfüllen, um im weiteren Verlauf einen Antrag einreichen zu können. Bereits nach wenigen Minuten waren die Kontingente vergriffen. Wer diese Hürde genommen hatte, musste bei der Antragstellung genau das gleiche Prozedere noch einmal durchlaufen.

Die Antragstellung endete deshalb für viele Interessenten mit der Enttäuschung, dass eine Beantragung von Fördermitteln im Jahr 2020 nicht mehr möglich ist. Investitionen in die Digitalisierung werden deshalb mit einer derartigen Förderung eher verschoben (um evtl. in späteren Runden eine Förderung zu erreichen), als gefördert.

Die DLR hat nun das Beantragungsverfahren überarbeitet. Die Registrierungen werden ab 01.12.2020 kontinuierlich möglich sein, bereits vorhandene Zugänge behalten ihre Gültigkeit. Ab Januar 2021 soll dann monatlich nach dem Losverfahren entschieden, wer einen Antrag einreichen kann. Nach aktueller Planung stehen bis Ende 2023 jedoch nur 203 Mio. € zur Verfügung. Dies reicht bei der enormen Nachfrage bei weitem nicht. Die Förderung wird so mehr zu einer Lotterie als wirksamen Unterstützung des Mittelstands.

Vorteil der Förderung ist eine im Gegensatz zu vielen anderen Programmen einfache Antragstellung (nach Beseitigung anfänglicher Probleme). In einem übersichtlichen Online-Portal klickt sich der Nutzer seitenweise durch ein vorbereitetes Formular. Nach der Auswahl der gewünschten Projektform – Investition in Hard- und Software (Modul 1) oder Investition in Qualifizierung von Mitarbeitern (Modul 2) – müssen die wichtigsten Informationen zum Unternehmen eingegeben werden. Positiv fällt auf, dass zur Auswahl, ob das Unternehmen in einer strukturschwachen Region angesiedelt ist, direkt eine digitale Karte hinterlegt ist, auf der dies geprüft werden kann. Lästiges Suchen nach der Einordnung des eigenen Standortes entfällt somit.

"Digital jetzt" fällt unter die De-minimis-Beihilfen für Unternehmen – um wettbewerbsverzerrende Wirkungen durch Fördermittel zu verhindern, dürfen Unternehmen entsprechend deklarierte Förderungen innerhalb von 3 Jahren von insgesamt max. 200.000 € erhalten. Die Unterlagen zu bisherigen De-minimis-Beihilfen sollten somit bei Antragstellung vorliegen.

Im weiteren Verlauf muss der Digitalisierungsplan des Unternehmens beschrieben werden. Erfrischend an dieser Stelle ist, dass die Vorhabenbeschreibung bewusst kurz gehalten ist. Nur der Kern der geplanten Investitionen muss beschrieben werden. Die Auswirkungen der Investitionen auf die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit des Unternehmens werden ebenfalls abgefragt.

Die geplanten Investitionen sind mit Angeboten zu hinterlegen, die als Scan im Portal hochgeladen werden können. Aus den Kosten wird der Finanzierungsplan für die Förderung berechnet.

Nach Eingabe aller Informationen und einem abschließenden Check kann der Antrag online abgegeben werden. Ein zusätzlicher Postversand unterzeichneter Unterlagen entfällt.

 

Um Anfang 2021 direkt einen Antrag einreichen zu können, empfehlen wir Ihnen, heute schon mit der Vorbereitung notwendiger Unterlagen zu beginnen.

 

Prüfen Sie Ihre geplanten Investitionen, insbesondere im Bereich Hard- und Software. Der Kauf weiterer Computer für neue Mitarbeiter, notwendige Softwareupdates ohne grundlegende neue Funktionen sowie die Anschaffung von Standardsoftware, beispielsweise MS Office, sind nicht förderfähig. Bei der Beantragung der Förderung für Weiterbildung müssen die Mitarbeiter von zertifizierten, akkreditierten Dienstleistern geschult werden.

Bis zu einem Auftragswert von 5.000 € können formlose Nachweise über die anfallenden Kosten, beispielsweise Auszüge eigener Internetrecherchen eingereicht werden. Darüber hinaus sind formal korrekte und klar strukturierte Angebote vorzulegen. Die angebotenen Leistungen sollten aufgegliedert und jede Position mit Kosten hinterlegt sein.

 

Gerne prüfen unsere Förderberater Ihre geplanten Investitionen auf Förderfähigkeit und unterstützen Sie bei der Ausarbeitung der Antragsunterlagen.

 

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